Bericht JuMa

Bergtour in den Allgäuer Alpen 2013

Was macht Jungs zu Männern und Mädels zu Frauen? Diese Frage wurde ausführlich diskutiert auf der diesjährigen JUMA-Bergtour in den Allgäuer Alpen. Man konnte sich darauf einigen, dass ein gewisses Niveau an Erfahrungen dafür ausschlaggebend ist, womit Christina, Michi, Marie, Daniel, Felix, Flo und Philipp ihrem Ziel an diesem Wochenende ein bisschen näher gekommen sein dürften: mit von der Partie war diesmal nämlich ein wahres Bündel an geballtem Wissen in Form unseres Sektionsvorsitzenden Karl. Vom richtigen Verhalten im Schneefeld bis zur Ansprache der Alpenflora, es fand einiges Wissenswertes seinen Weg in die Köpfe der jungen Generation!

 

DoItYourself-Gipfelkreuz Unsere Wanderung starteten wir in Hinterhornbach am Fuße des Hochvogels. Statt einer Besteigung desselben schlugen wir jedoch den Weg zum Kaufbeurer Haus ein, welches auf 2007 m über N.N. unterhalb der Bretterspitze, der Gliegerkarspitze  und der Urbeleskarspitze eingebettet liegt. Bei herrlichem Sonnenschein ging’s 2,5 h durch Wälder, felsiges Gebiet und Schneefelder stetig bergauf. Verschwitzt vom Aufstieg erlangten alle kurzhaarigen Mitstreiter durch den Hüttenbrunnen alsbald wieder einen kühlen Kopf. Nach einer kurzen Inspektion der Hütte und einer etwas längeren Erklärung der Spielregeln von Monopoly in Kartenspielform machten wir nachmittags einen Ausflug zur Schießmauer. Eine Murmeltier-Sichtung und eine provisorische „Gipfelkreuz“-Konstruktion aus Wanderstöcken und langer Unterhose sind hierbei ebenso erwähnenswert wie die darauffolgenden Rutschpartien am >30° geneigten Hang. Wer jetzt gleich an kindischen Leichtsinn, jugendlichen Übermut und dergleichen denkt, den muss ich leider enttäuschen: es war Karl, der uns auf diese Idee brachte: mit einem Hechtsprung kopfüber gen Tal zeigte er uns, wie man im Schneefeld möglichst schnell wieder zum Anhalten kommt, sollte man einmal die Balance verlieren (à Liegestützposition einnehmen, also Hände und Füße in den Schnee drücken) und forderte uns sogleich auf, es doch einmal selbst auszuprobieren.  Wieder zurück in der Hütte wurden flux Spaghetti mit gemüsereicher Tomatensoße und einer Extraportion Zucchini zubereitet um die hungrigen Mägen zu füllen.

 

Einstein-Pose am Einstein Der Tag endete mit einer Lagebesprechung: aufgrund des Schnees und einiger Wächten konnten wir nicht,  wie geplant, den Enzensberger Weg wandern, sondern waren gezwungen, uns einen Plan B überlegen. Wir entschieden uns für einen raschen Abstieg am nächsten Morgen, um einen anderen Gipfel in Angriff nehmen zu können. Nach einer stickigen Nacht im Matratzenlager, brachen wir daher schon kurz vor 8 Uhr auf ins Tal. Die Schneefelder wurden diesmal in voller Montur überrannt und so waren wir bereits um 11 Uhr am Fuße unseres Ersatzziels: bei drei Physikern im Gepäck wundert es wohl keinen, dass die Gespräche auf der gesamten Tour unter anderem Kernfusion, Impulserhaltung und ähnliches zum Thema hatten und so war passend zur naturwissenschaftlichen Ausrichtung unserer Reisegruppe der Einstein im Tannheimer Tal für eine Überquerung auserwählt worden. Mit reduziertem Gepäck und in dezimierter Anzahl ging es zügig und ohne größere Brotpause auf den Gipfel, um noch vor der Schlechtwetterfront einen schönen Ausblick genießen zu können. Aus dem von manch einem erwarteten Gipfelbraten wurde zwar nichts, doch beim Mittagsvesper unterm Gipfelkreuz zeigte sich  wie gut unsere Wahl gewesen war: während alle umstehenden Gipfel schon in Wolken versanken genossen wir die letzten Sonnenstrahlen! Nach einem obligatorischen Gipfelfoto ging es auf der gegenüberliegenden Seite den Berg hinunter, wobei sich dieser Weg als etwas knifflig herausstellte und dementsprechend mit 2 h eine halbe Stunde länger dauerte als der Aufstieg. Der Kraxelei folgten wunderschöne Bergwiesen, doch plötzlich endete der Weg an einem Fahrweg: laut Karte geht es an dieser Stelle einfach geradeaus, nur sieht man davon heute nichts mehr außer einem zugewachsenen Abhang. Dies hinderte uns jedoch diesmal nicht daran, uns dennoch unserem Ziel, einer ehemaligen Grenzstation, auf direktem Weg zu nähern und bescherte uns eine weitere Einheit „Verhalten im Weglosen Gelände“. Zum Abschied wurden die geschundenen Füße im eiskalten Fluss gekühlt und die Heimfahrt über Biberach und zahlreiche Umleitungen angetreten.

 

Vielen Dank Karl, für dieses Wochenende. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, wir konnten einiges lernen und hoffen, dass du auch im nächsten Jahr bei einer unserer Bergtouren dabei sein wirst!